Der Zustand des Menschen beim Verlust von Geld: Neuroökonomie des Zahlungsleidens
Einführung: Die psychologische und neurobiologische Natur der Zahlung
Der Verlust von Geld ist nicht nur eine neutrale wirtschaftliche Transaktion, sondern ein komplexer psychophysiologischer Akt, der oft mit emotionalen Unbehagen einhergeht, den Neuroökonomen als «Zahlungsleid» (pain of paying) bezeichnen. Dieses Zustand ist ein evolutionärer Paradoxon: Wir tauschen abstrakte Wertzeichen gegen konkrete Güter ein, aber der auf Ressourcenspeicherung ausgerichtete Gehirn interpretiert auch den Verlust dieser Symbole als Bedrohung.
Neurobiologische Grundlagen: Das Gehirn im Modus der Verlust
Die Schlüsselprozesse finden in der limbischen System und der präfrontalen Kortex statt:
Aktivierung der Inselkuppe (insula) der vorderen Hälfte. Diese Gehirnzona ist der Mittelpunkt der Verarbeitung unangenehmer sensorischer und emotionaler Erfahrungen — körperlicher Schmerz, Ekel, soziale Ablehnung. Studien mit fMRT (z.B. die Arbeiten des Neuroökonomisten Knut Schmidt) zeigen eindeutig: Wenn ein Mensch mit Geld abrechnet (insbesondere bei Überzahlung oder unfairen Preisen), leuchtet die Inselkuppe so auf wie bei körperlicher Schmerz oder dem Anblick eines leidenden Menschen.
Suppression der Aktivität des Striatums. Diese Teil der Belohnungssystem wird bei der Erhalt von Geld, Vergnügen oder der Vorfreude auf den Kauf aktiviert. Bei der Zahlung fällt ihre Aktivität abrupt, was subjektiv als Enttäuschung oder «Herabstieg vom Himmel auf die Erde» wahrgenommen wird.
Arbeitsbelastung der präfrontalen Kortex. Sie versucht, den emotionalen Ausbruch der Geldverlust durch rationale Argumente auszugleichen («Ich brauche wirklich dieses Ding», «Ich habe es verdient»). Der Grad des «Zahlungsleidens» hängt direkt von dem Ergebnis dieses inneren Konflikts ab.
Interessanter Fakt: In einem Experiment boten den Teilnehmern an, ein begehrtes Produkt (z.B. Schokolade) zu kaufen. Wenn der Preis in grossen Buchstaben an ...
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